Institut für e-Management e. V.
Praxis und Forschung

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Data Mining

Der Begriff „Data Mining" entstammt der Mustererkennung, einem Arbeitsgebiet der Künstlichen Intelligenz. Es bezeichnet Verfahren, mit denen in Datenbeständen nach bisher unbekannten Zusammenhängen gesucht wird. Data Mining Verfahren lassen sich in vier verbreitete Anwendungsklassen unterteilen6. Die Klassifikation ordnet Individuen bereits bekannten Klassen zu. Sie bedient sich vor allem der Regelinduktion und der neuronalen Netze als Methoden. Die Vorhersage berechnet kontinuierliche Werte aus unabhängigen Variablen. Realisiert wird sie mit Hilfe von neuronalen Netzen und Regression. Eine typische Anwendung für Klassifikation und Vorhersage ist die Bonitätsbeurteilung. Clustering identifiziert Gruppen aufgrund von Ähnlichkeiten zwischen Inividuen, als Methoden kommen die Clusteranalyse und neuronale Netze zum Einsatz. Ein Anwendungsgebiet ist die Einteilung von Kunden in Gruppen. Die Assoziation entdeckt Abhängigkeiten und quantifiziert diese mit Hilfe der statistischen Zusammenhangsanalyse, z.B. im Rahmen einer Marktkorbanalyse. Data Mining kann demzufolge als Analyseinstrument im Rahmen eines Data Warehouses zum Einsatz kommen. Die Zielgruppe und der Kenntnisstand der Anwender von DW und DM dürften jedoch nur in den seltensten Fällen deckungsgleich sein. Der Einsatz von DM erfordert nach wie vor sehr hohe Methodenkompetenz, allein schon um die Ergebnisse richtig interpretieren zu können.

Knowledge Management

Knowledge Management bzw. Wissensmanagement ist eines der großen Schlagwörter der 90er Jahre. Es wird als Antwort auf die Datenbank-Euphorie und die Begeisterung für den enormen Informationsfluss bzw. als Reaktion auf die hohen Anforderungen aus der Wissensgesellschaft gedeutet. Betrachtet man Wissensmanagement als das Management der Ressource Wissen, die ständig an Bedeutung zunimmt, ergibt sich zwangsläufig die Notwendigkeit Wissensmanagement im Unternehmen einzuführen. Wer sich in den letzten Jahren mit dem Thema Wissensmanagement beschäftigt hat, wurde mit einer Vielzahl von Definitionen, Zuordnungen und Produkten konfrontiert, woran sich bis heute nichts geändert hat. Eine bereits seit längerem existierende und weit verbreitete Definition lautet wie folgt:

„Wissensmanagement bildet ein integriertes Interventionskonzept, das sich mit den Möglichkeiten zur Gestaltung der organisationalen Wissensbasis befasst".

Der Begriff Wissensbasis führte in der Vergangenheit all zu oft dazu, das mit Wissensmanagement der Aufbau von Wissensbasen in Form von Datenbanken verbunden wurde. Dementsprechend schnell stellte sich in der Praxis Ernüchterung ein, denn viele Unternehmen mussten schmerzhaft feststellen, wie schwierig es ist eine gut funktionierende Wissensbasis aufzubauen. Auf der technologischen Seite hat sich der KM Ansatz erheblich verändert. Waren der Ausgangspunkt Datenbanken zur Dokumentverwaltung und Archivierung, geht der Trend hin zu einer Browser-basierten und multifunktionalen Informationsplattform, die eine Vielzahl von IT-Systemen vereint. In diesem Zusammenhang wird auch häufig von einem Enterprise Knowledge Portal gesprochen.

Enterprise Knowledge Portal

Abb. 3: Enterprise Knowledge Portal

Ein Enterprise Knowledge Portal unterstützt ein Knowledge Management bei der Suche, Teilung und Bewahrung von Wissen. Ein Portal ist ein Anwendungsprogramm oder ein Instrument, das eine personalisierte und adaptive Benutzer-Schnittstelle liefert, die die Interaktion mit anderen Personen, Anwendungen und Inhalten (Dokumenten) erlaubt. Besonders wichtig sind Unternehmens-Portale (Enterprise Portale) als standardisierte Werkzeuge für die Leitseite des Arbeitsplatzrechners. Ein Enterprise Portal bietet allen die am e-Business beteiligt sind, personalisierten Zugang zu Content, Applikationen und Services, mit dem Ziel jedem Einzelnen genau die Informationen und Möglichkeiten zu geben die er benötigt. Portale haben demzufolge die Aufgabe Informationen bereitzustellen. Neben der Bereitstellung von Informationen werden auch Applicationen und Dienste in das Portal eingebunden und erlauben es unter der gleichen Oberfläche zu arbeiten. Content aus dem Intranet in Verbindung mit Portaltechnologien bildet mittlerweile die zentrale Informations- und Kommunikationsstelle in Unternehmen. War Wissensmanagement bislang mehr eine recht abstrakte Forderung denn Realität, gewinnt der Ansatz des Knowledge Managements durch den Einsatz von Enterprise Knowledge Portal an Kontur und Praktikabilität, in dem auch ein Data Warehouseansatz seinen Platz finden könnte. Der Ansatz Knowledge Management erschöpft sich jedoch nicht nur in Enterprise Knowledge Portals. Wissen jedoch entsteht in Menschen aus Informationen. Nur der Mensch ist in der Lage Wissen zu verarbeiten und neues Wissen zu erzeugen. Ein erfolgreiches Knowledge Management muss den Wissenentstehungsprozess wie er täglich in Unternehmen stattfindet, verstehen lernen und Voraussetzungen schaffen, die eine Wissensteilung ermöglichen.

Wissen im Unternehmen

Abb. 4: Wissen im Unternehmen (Delphi-Group, 1998)

Data Warehouse ist primär ein technisches Problem und damit prinzipiell lösbar. Der Unterschied zum Knowledge Management liegt wesentlich an einem einzigen Faktor, der jedoch beachtlich zu Buche schlägt: am Faktor Mensch, wie folgende Ergebnisse einer Studie unterstreichen. Hieraus kann sehr gut die aktuelle Tendenz des Knowledge Managements hin zur Personalentwicklung abgeleitet werden. Immer mehr Personalentwickler widmen sich diesem Thema und die IT rückt in den Hintergrund.

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