| Publikationen / White-Papers / Intraneteffizienz | | 4.3 Messkriterien Ausgangspunkt der
Intranetmesskriterien bilden die drei aus den Netzdiagrammen abgeleiteten Dimensionen:- Monetäre Messkriterien
- Quantitative Messkriterien
- Qualitative Messkriterien
4.3.1 Monetäre Messkriterien Die monetären Messkriterien spiegeln das derzeit in der Wirtschaft überstrapazierte Thema ROI wieder. Grundsätzlich ist es vernünftig sich über die Wirkung und de Nutzen von investiertem Kapital, wie hier in die Informations- und
Kommunikationstechnologie, Gedanken zu machen. Die Vergangenheit zeigt aber, dass Anbieter und Nutzer häufig zu euphorisch bei der Erfassung des Returns sind. Ein Grund für die Fehleinschätzung kann darin gesehen werden, das eine falsche Beurteilung der zugrundeliegenden Wirkungszusammenhänge vorlag. Die Investitionsseite die sich in Wertgrößen erfassen läßt, wird durch die monetären Messkriterien repräsentiert. Die Hauptkategorien sind hierbei Personal-, Sachmittel- und Schulungsausgaben.
Einmalige Ausgaben werden nur gewichtet bzw. über eine zuvor festgelegte Laufzeit verteilt, um die laufende Steuerung um extreme Ausschläge zu bereinigen. 4.3.2 Quantitative Messkriterien Zu den quantitativen Messkriterien zählen die bekannten Webstatistiken, soweit sie, was beim Intranet wichtig ist, durch den Betriebsrat zustimmungsfähig sind. | | Abb. 6: Web-Server-Statistik |
| Aber auch
globalere Größen, wie die Zahl der aufgerufen Seiten und das übertragene Datenvolumen finden hierbei Eingang. Die Erfassung der zum Einsatz kommenden Messkriterien wird sehr stark durch die verwendete Hard- und Software bestimmt. So beinhalten zunehmends mehr Content Management Systeme statistische Auswertungsmöglichkeiten, die eine gesonderte Erfassung der Messkriterien nicht erfordern. Diese zu der Rubrik quantitative Größen zählenden Kriterien, werden all zu oft in ROI Betrachtungen durch
Annahmen in monetäre Größen gewandelt. Dies wird in diesem Ansatz bewusst vermieden. Vielmehr geht es darum, die monetären und quantitativen Größen einer Beurteilung durch die Nutzer und Betreiber zu unterziehen.4.3.3 Qualitative Messkriterien Die qualitativen Kriterien stellen ein wichtiges Korrektiv für die monetären und quantitativen Größen dar. Bei den quantitativen Größen wird häufig davon ausgegangen, das größere Zahlen einen höheren Nutzen signalisieren. Hierzu ein
Beispiel für die Beurteilung der Suchmaschine. Eine Suchmaschine, wäre demzufolge eine gute Suchmaschine, wenn sie häufig genutzt wird. Aufgrund der Annahme, dass durch die Verwendung einer Suchmaschine Zeit gegenüber der klassischen Suche einspart wird, lässt sich sehr einfach der ROI berechnen. Was aber, wenn sich hinter der häufig genutzten Suchmaschine der Umstand verbirgt, dass aufgrund der schlechten Suchergebnisse diese mehrfach benutzt wird um zu verwertbaren Ergebnissen zu kommen und
die hohe Frequenz durch nicht bedarfs- bzw. rollengerechte Strukturen des Intranets begründet ist. Um zumindest nicht in diese Falle zu tappen, wurden die qualitativen Messkriterien zur Intranet Efficiency hinzugenommen. Da die qualitativen Messkriterien mehr eine Art Korrektiv darstellen, kann und muss darauf verzichtet werden eine ständige subjektive Beurteilung von den Betroffenen zu verlagen. Viel sinnvoller ist es dies in bestimmten Zyklen eventuell auch nur Stichprobenartig abzufragen.
Was technologisch durch die Einblendung von Popups sehr einfach realisiert werden kann zeigt der folgende Screenshot beispielhaft in seiner Umsetzung. | | Abb. 7: Qualitative Bewertung am Beispiel einer Suchabfrage |
| Die Bewertung von Webseiten, wie sie bereits bei einigen Unternehmen in ihren Internetauftritten zum Einsatz kommen, kann auch bei Intranets angewendet werden. Neben der Einteilung
der Messkriterien in die drei oben beschriebenen Dimensionen erfolgt, aufgrund der Diversität der sich im Einsatz befindenden Funktionalitäten, wie sie unter Punkt 2.3 beschrieben sind eine Unterteilung. Hauptgliederungspunkte bilden:- Informationsangebot (in Form von Web-Seiten)
- Kommunikation und Interaktion
- Dokumentenarchiv
- Informationssuche
- Personalisierung
Der Pool an möglichen Messkriterien, beläuft sich inzwischen auf mehr
als 100, die über Kennzahlen und Indizes zu einem Kern verdichtet werden und durch ein Cockpit gesteuert werden können. | | Abb. 8: Vereinfachtes Beispiel für ein Cockpit |
| Alle Messkriterien sind so angelegt, das sie entweder automatisch oder zumindest digital erfasst und dann über einen automatisierten Prozeß einer Auswertung zugeführt werden. Weiterhin wurde bei allen Messkriterien darauf
geachtet, das Sie dem Datenschutz Rechnung tragen und grundsätzlich vom Betriebsrat zustimmungsfähig sind. Für viele Messkriterien fehlen Vergleichswerte, die eindeutig belegen, wie effizient ein Intranet bzw. die darin enthaltenen Funktionalitäten betrieben werden. Eine konsequente Dokumentation der Istwerte über Monate hinweg, führt recht schnell dazu, dass ein Gefühl dafür entwickelt wird, wie sich die Effizienz gestaltet. Benchmarks über Unternehmen hinweg würden diesen Prozess natürlich
deutlich beschleunigen. Den Kern der Analyse bildet die Soll-Ist-Analyse. Die Auswahl und der Einsatz der einzelnen Messkriterien wird neben der inhaltlichen Interpretation für das jeweilige Unternehmen, auch durch die sich im Einsatz befindende Software bestimmt. Nicht alle Softwaresysteme unterstützen mit gleicher Leichtigkeit die Gewinnung der relevanten Informationen. Manchmal ist der Aufwand zur Gewinnung der Information gegenüber dem Ertrag nicht gerechtfertigt. Letztendlich geht es
nicht darum möglichst alle Messkriterien zu erfassen, als vielmehr mit einem Bündel an Kriterien, die möglichst schnell und einfach zu erfassen sind zu starten und im Laufe der Zeit die Zahl der Messkriterien zu erhöhen. | 5 Ausblick | Die Methodik des vernetzten Denkens hat gezeigt, das sich die Realität weitaus besser abbilden lässt, als über reine Nutzenargumentationen zu gehen. Die Erstellung von entsprechenden Netzen haben klar das Gefühl geschärft, was und wie ein Intranet ein Unternehmen stützen kann. Mit einer Basis von mehr als 100 Messkriterien die bislang identifiziert wurden, kann ein Intranet gut beschrieben werden. Unklar und leider auch
unbeantwortet sind die Beziehungen zwischen den Elementen. Es existieren keine mathematischen Algorithmen dafür, die eine valide Aussage zulassen würden, das z.B. die professionelle Moderation einer Community die Arbeitsproduktivität um x % steigert. In Einzelfällen ist dies sicherlich auch schon möglich gewesen. Verallgemeinerbare Ergebnisse gibt es aber leider nicht. Diese Beziehungen in Zukunft fassbarer zu machen, ist eine große Aufgabe die uns bevorsteht. Sie setzt jedoch voraus, das wir
endlich damit anfangen in einem systematischen Prozeß die notwendigen Informationen zu gewinnen und auszutauschen. | Literatur |
CEFE-Arbeitsgruppe 19 (1998), Einführung, Betrieb und Nutzen eines Intranet, Eichenau. Heinrich, T. & Mayr, Ph. (2003), Die Kostenfallen im Intranet und Extranet, White Paper der Firma HiSolutions AG. Köhler, S. & Krieger, M. (ohne Datum), Bewertung von Informationssystemen für das Wissensmanagement. White Paper der Firma Mindlab.o.V. (ohne Datum), Wie die add-all AG mit Hilfe von Intranets das Wissensmanagement optimiert. White Paper der Firma add-all AG. Schwichtenberger, H
(1997), Allgemeine Thesen zum Nutzen von Intranets, www.it-visions.de Vester, F. (2002), Die Kunst, vernetzt zu Denken. | |
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