Institut für e-Management e. V.
Praxis und Forschung

Produkte / Open Source CMS / Marktkonsoldierung

Jörg Trojan, F. Schüttert
Konsolidierung am CMS Markt

Warum kaufen, wenn es auch gute kostenlose
Open Source CMS Lösungen gibt?

Mit dieser Fragestellung sehen sich die Anbieter von kostenpflichtigen Content Management Systemen (CMS) immer stärker konfrontiert. CMS Lösungen werden in zahlreichen Unternehmen erfolgreich eingesetzt und gehören in vielen Unternehmensbereichen zum Standard. Allerdings müssen Unternehmen die Anschaffungs- und Lizenzkosten für den Betrieb von kommerziellen CMS tragen und können diese nicht kostenlos wie bei Open Source Lösungen verwenden. Viele kleinere Anbieter von kommerziellen CMS Lösungen, mussten ihr Geschäft in der letzten Zeit vermehrt aufgrund der Open Source Konkurrenz aufgeben. Zusätzlich bieten Open Source Lösungen weitere Vorteile, wie Unabhängigkeit vom Anbieter, höhere Flexibilität und oftmals größere Sicherheit im Hinblick auf Bugs oder sonstige Sicherheitslücken, die aufgrund der offenen Quellcodes von einer weltweit aktiven Entwicklergemeinde behoben werden. Kein Wunder also, dass Open Source CMS auf dem Vormarsch sind und sich immer stärker am Markt etablieren.

Was ist Open Source?

Die Geschichte der Open Source Bewegung im Bereich Computersoftware geht auf die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts zurück, als die ersten Computersysteme, welche IBM und andere Unternehmen verkauften, mit Software ausgeliefert wurden, deren Quellcode frei zugänglich war. Der Quellcode durfte verändert und an Dritte weitergegeben werden. Ende der 60er Jahre änderten viele Unternehmen ihre Strategie und Mitte der 70er Jahre war es normal, das Computersysteme mit proprietärer Software ohne Quellcode verkauft wurde. In den 80er Jahren expandierten die kommerziellen Softwarehersteller, welche den Quellcode ihrer Produkte stets geheim hielten. Aus der universitären Welt regte sich jedoch Widerstand an dieser Tendenz und so wurden 1984 die ersten freien Softwareprodukte mit Quellcode unter der sogenannten GPL Lizenz (General Public License) verbreitet. Die GPL wurde von dem GNU-Project definiert, welches sich zur Aufgabe machte, ein an Unix angelehntes freies Betriebssystem mit dem Namen GNU-System zu entwickeln. Anfang der 90er Jahre erlebte die GPL einen großen Aufschwung, als mit Linux ein leistungsfähiges Betriebssystem mit Quellcode verbreitet wurde. Diese Überlegungen gingen in den Open Source Gedanken und der damit verbundenen Lizenzpolitik ein, welche seit der Gründung der Open Source Initiative 1998 immer stärkere Verbreitung weltweit findet. Der Ursprung des Begriffs Open Source geht auf die Bemühungen der Open Source Initiative (http://www.opensource.org) zurück. Open Source (übersetzt „im Quellcode verfügbar") beschreibt zunächst grundsätzlich ein Lizensierungsmodell, welches die Nutzung einer Software zwischen dem Anwender einer Software und dem Hersteller einer Software regelt. Die Open Source Initiative hat anhand von zehn Punkten den Begriff Open Source genau definiert, mit dem Ziel zwischen „echten" Open Source Lizenzen und „falschen" Open Source Lizenzen zu unterscheiden.
Aus diesen Punkten lassen sich drei Kernkriterien ableiten, welche erfüllt sein müssen, damit eine Softwarelizenz als „echte" Open Source Lizenz eingestuft werden kann:

  • die freie und kostenlose Weitergabe und Nutzung der Software
  • die freie Verfügbarkeit der gesamten Software im Quellcode
  • aus diesem Quellcode abgeleitete Software, darf nur unter den beiden vorgenannten Bedingungen weitergeben und genutzt werden

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