Institut für e-Management e. V.
Praxis und Forschung

Produkte / Open Source CMS / Marktkonsoldierung

Open Source Software im Vergleich zu kommerzieller Software.

Beim Vergleich von Open Source Software mit kommerzieller Software ergeben sich unterschiedliche Vor- und Nachteile:

Vorteile beim Einsatz von Open Source Software:

  • kostengünstig, d.h. es ist keine Lizenz- bzw. Wartungsgebühr zu zahlen. Bei der Beauftragung eines externen Dienstleisters fallen lediglich die
    Implementierungskosten an, welche in ähnlicher Höhe auch bei der
    Implementierung kommerzieller Softwareprodukte anfallen.
  • hohe Sicherheit, d.h. durch die Offenheit des Quellcodes werden
    Sicherheitslücken oder sicherheitsrelevante Fehlfunktionen vorab sichtbar und können eventuell selbst korrigiert werden.
  • hohe Stabilität und Performance, d.h. Open Source Software verfügt in der Regel über eine breitere Installationsbasis als kommerzielle Software, wodurch diese ausgiebiger getestet und durch Erfahrungen vieler optimiert sind.
  • kostenloser Support, d.h. für Open Source Software existieren zumeist Foren oder Mailinglisten im Internet, mittels derer sich Anwender der Software direkt gegenseitig Hilfestellung leisten.
  • Unabhängigkeit vom Anbieter, d.h. selbst wenn der Anbieter, der das Open Source Content Management System installiert hat insolvent wird, kann der Anwender zu einem anderen Dienstleister wechseln, der sich ebenfalls mit dem System auskennt. Bei kommerziellen Produkten ist man mitunter vollständig von einem Anbieter z.B. für Pflegedienstleistungen abhängig.

Nachteile beim Einsatz von Open Source Software:

  • fehlende Gewährleistung
  • nicht für alle Open Source Softwareprodukte ist genügend Entwicklungs-Know How verfügbar, um individuelle Erweiterungen oder Anpassungen vornehmen zu können
  • Open Source Softwareprodukte können konzeptionelle Schwachstellen
    aufweisen, da deren Entwicklung ohne Projektmanagement auf „der grünen
    Wiese" begonnen wurde und im Zeitverlauf durch die vielen unterschiedlichen Beteiligten an der Weiterentwicklung unkoordiniert gearbeitet wird.

Das Argument der Zukunftssicherheit kann man von zwei Seiten betrachten. Da die Weiterentwicklung und Pflege von Open Source Software jederzeit von den beteiligten Programmierern eingestellt werden kann, könnte sich dies als problematisch und zukunftsunsicher erweisen. Die Zukunftssicherheit kann aber auch positiv zu Gunsten der Open Source Software gesehen werden, da sich der Anwender unabhängig vom Anbieter macht. Open Source Lösungen, die auf gängigen Programmiersprachen basieren, können und werden von vielen professionellen Dienstleistern weiter entwickelt. Insofern wäre der Aspekt der Zukunftssicherheit in jedem Fall berücksichtigt. Um mögliche Nachteile beim Einsatz von Open Source CMS auszuschließen, sollte die Auswahl der individuell am besten passenden Open Source Lösung sowie eines professionellen Dienstleisters sehr sorgfältig getroffen werden.

Starke Verbreitung von Open Source

Der Einsatz von Open Source Software setzt sich in der öffentlichen Verwaltung und in Unternehmen zunehmend durch. So plant beispielsweise die Stadtverwaltung Paris für den Betrieb ihrer Desktopsysteme mit ca. 17.000 PC-Arbeitsplätzen, 400 Servern, und rund 600 Anwendungen, verteilt auf 1.800 Standorten Linux als Betriebsystem einzusetzen. Die Stadtverwaltung München betreibt unter ähnlichen quantitativen Rahmenbedingungen schon seit geraumer Zeit ihre Desktopsysteme unter Linux. Eine Studie von Soreon Research unter 50 deutschen Unternehmen zeigt, dass Unternehmen welche das Open Source Produkt Open Office anstelle von Microsoft Office im Bereich Büroanwendungen einsetzen 20% Kosten sparen und im Serverbereich durch einen Umstieg von Windows auf Linux 30% der Kosten eingespart haben. Soreon Research zeigt, dass durch den Einsatz von Open Source Datenbanksoftware und Open Source Content Management Systemen 25% Prozent der Kosten reduziert werden können.

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